Aus der Vernissagerede der Ausstellung Sigriswil

von der Kunstvermittlerin Simone Flüeler

 

 "Doch Eisen ist nicht nur ein hartes und starkes Material und der verlängerte Arm des Zorns und der Macht, Eisen ist auch das Material, was das Innerste der Welt zusammenhält. Denn Eisen ist zusammen mit Nickel wahrscheinlich der Hauptbestandteil des Erdkerns. Vermutlich angetrieben von thermischen Kräften erzeugen Konvektionsströmungen von flüssigem Eisen im äusseren Kern das Erdmagnetfeld. Ausserdem ist Eisen für Lebewesen ein lebensnotwendiges Spurenelement. Eisen bedeutet also zugleich Leben und Tod. Diese Widersprüchlichkeit ist ein zentrales Element der Kunstwerke.

 Die eigentlich starren Eisenplastiken scheinen sich der Natur einzuverleiben, denn die Natur ist ein wichtiger Bestandteil der Werke, davon zeugt der stetige und langsame Rostprozess auf deren Oberfläche. Die scheinbar starren Plastiken sind also eigentlich in ständiger Transformation.Doch nicht nur die äussere Schicht, der Rost, verleiht etwas Organisches, die Werke von FEROSE besitzen eine innere Kraft. Die scheinbar fragmentarischen Plastiken, die sich erst vervollständigen innerhalb der Natur- und Berglandschaft, scheinen sich nach der Sonne zu strecken, sie drehen und winden sich, als ob sie die sanften Windhauche spüren."

 

 

 


"FEROSE Eisenplastikerin" Artikel von Gudrun Hofrichter in der Septemberausgabe 2013 der Zeitschrift Die Drei